Klosterkirche St. Katharinental

(bei Diessenhofen)

Das ehemalige Dominikanerinnenkloster St. Katharinental wurde im 13. Jahrhundert gegründet und liegt etwas unterhalb von Diessenhofen an idyllischer Lage direkt am linken Rheinufer. Die heutige barocke Klosteranlage geht zurück auf einen Neubau aus den Jahren 1715-1718 des Vorarlberger Baumeisters Franz Beer. Die Kirche wurde 1732-1735 von dessen Sohn Johann Michael Beer erbaut und gilt als einer der schönsten Spätbarock-räume der Schweiz. Prächtige Altäre, Bilder und Deckengemälde sowie die reich verzierte und mit musizierenden Engeln besetzte Barockorgel des Thurgauer Orgelbaumeisters Johann Jakob Bommer von 1735-1741 geben dem Raum sein Gepräge. Das Kloster wurde im Jahre 1869 aufgehoben und vom Kanton Thurgau in ein Alters- und Pflegeheim umgewandelt.

Im 18. Jahrhundert erlebte das Kloster eine musikalische Hochblüte. Das umfangreiche, erhaltene Noten-material gibt ein aufschlussreiches Bild von der damaligen klösterlichen Musizierpraxis und lässt auf eine intensive Musikpflege im Kloster schliessen. Bei den erhaltenen Musikalien handelt es sich vorwiegend um Aufführungsmaterial für katholische Kirchenmusik des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts (Messen, Magnificat-Vertonungen, Offertorien, Arien etc.), aber auch konzertante Instrumentalwerke (Konzerte, Sinfonien, Sonaten etc.) sind in grosser Zahl anzutreffen. Die Komponisten dieser Werke stammen vorwiegend aus dem süddeutschen Raum, darunter als die bekanntesten Vertreter Marianus Königsperger, Johann Anton Kobrich oder Valentin Rathgeber. Zahlreiche Werke sind anonym überliefert und stammen als Abschriften zum Teil aus anderen Klöstern der Umgebung wie zum Beispiel dem Augustinerchorherrenstift Oehningen oder dem Benediktinerkloster Rheinau.